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Freitag, 14. September 2012

Und schon wieder ein Beitrag gegen die Piraten... (Meine Antwort)


Meine Antwort auf den Beitrag von Markus Grimmestein in Roter-Beißer, schon als Kommentar gepostet, aber leider noch nicht freigegeben...:


Ein ganz schlechter Beitrag, sorry. Aber wieso sollte es nach einem Jahr Parteiarbeit keine Ermüdungserscheinungen geben? Bei den Piraten werden die Parteiposten von ehrenamtlichen Mitgliedern besetzt, da wird keiner bezahlt. Und weil diese Leute nicht durch die Partei bezahlt werden, müssen sie neben der Führung einer Partei, die in mehreren Landtagen vertreten ist und die siebtgrößte in Deutschland ist, auch noch arbeiten gehen. Dass da viele Leute, die sich zunächst diese Arbeit zutrauten, dieser irgendwann nicht mehr neben dem Beruf nachgehen können, scheint selbstverständlich. Und bezahlen kann man die Ehremämtler nicht, da die Partei trotz hoher Umfragewerte, etc. noch lange nicht ordentlich von der staatlichen Parteienfinanzierung profitiert, das wird aber ja noch kommen.

Auch faktisch sind einige Dinge in deinem Artikel einfach falsch. Marina Weisband ist nie von ihrem Amt zurückgetreten sondern hat sich bloß nicht noch einmal zur Wahl aufgestellt. Ihre Legislaturperiode war vorbei und man kann niemanden zwingen, sein Leben für ein Ehrenamt auf Dauer auf Eis zu legen. Sie möchte erst einmal ihr Studium beenden und das kann man ihr wohl kaum vorwerfen.

Mal davon abgesehen, nur weil an der Führungsspitze oft kompetentes Personal fehlt, heißt das nicht, dass dieses nicht vorhanden wäre. Viele kompetenten Piraten sind eben keine Rampensäue, so wie es Marina Weisband ist (warum, da könnte ich dir einige interne Beispiele aufzählen).
Mal davon abgesehen, als Mitglied einer Partei, die Leute zu Finanzsenatoren macht, die Bücher veröffentlichen wie "Deutschland schafft sich ab" und in der sich nicht einmal darum bemüht wird, ein Parteiausschlussverfahren auch durchzuziehen, sollte man lieber Mal ganz still sein. Selbstverständlich ist eine solche neue Partei, in der massenhaft Leute eintreten nicht davor gefeit, dass da auch Mal Rechte gewählt werden, aber Parteiauschlussverfahren werden zumindest durchgezogen, nicht so wie bei Sarrazin. Ich weiß nicht, wie viele rechte Parolen ich auf Stammtischen der SPD gehört habe. Der Unterschied zwischen SPD und Piraten ist bloß die Transparenz. Die Piraten shitstormen solche Leute dann öffentlich und dadurch geraten solche Leute dann in den Fokus. Bei der SPD hingegen bleibt alles ruhig, keiner berichtet darüber, höchstens Mal eine kleine Lokalzeitung und das war es dann. Und wenn nicht gerade der ehemalige Finanzsenator von Berlin einen rassistischen Bestseller schreibt, hört man aus der SPD nichts von garantiert vorhandenen rassistischen Umtrieben. Nicht ohne Grund konnte man viele Mitglieder der SPD, selbst "verdiente" Mitglieder dabei beobachten, Sarrazin zu verteidigen, während Sergey Lagodinsky, Gründer und Vorsitzender des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokratinnen und Demokraten und auch des Genossen Ulrich Kasparick, jahrelanges Mitglied des Bundestages, hier wirklich verdiente Mitglieder, wegen der Affäre aus der SPD ausgetreten sind.

Und es ist schade, dass ein Mitglied der SPD einem Menschen der manchmal HartzIV bezieht, das Recht abspricht, sich ehrenamtlich auf höheren Posten zu engagieren. Sollen also nur diejenigen, die es sich leisten können, ehrenamtlich aktiv sein dürfen? Und wieso ist seine Rechtfertigung unverfroren? Weil die SPD die Arbeiterpartei ist und noch immer glaubt, alle Menschen könnten vollbeschäftigt werden? Die SPD sollte sich davon verabschieden, dass nur Arbeit die Geld einbringt, auch etwas wert ist. Die SPD sollte endlich auf die Industrialisierungsdividende pochen und anfangen umzuverteilen, damit auch Menschen mit Interesse an Kunst und Kultur die Chance haben, diesem Beruf nachzugehen, auch wenn er leider nicht gut und regelmäßig bezahlt wird. Der Staat kann es sich leisten, er muss es nur wollen. Der Staat erzielt regelmäßig riesige Exportüberschüsse, aber das Geld landet bei einigen wenigen. Der Staat sollte sich darum bemühen, dieses umzuverteilen. Ponader setzt sich für ein BGE ein, vielleicht noch ein Traum, aber zumindest eine Vision davon, wie die Welt dank Technik irgendwann aussehen könnte. Immer weniger Arbeit wird von Menschen gemacht, warum sollten davon nur einige wenige profitieren? Helfe mit, dass alle davon profitieren können und nicht nur die, die das Geld haben, sich solche Maschinen zu leisten.

Mal davon abgesehen, Mitglieder die ihre Beiträge nicht zahlen haben alle Parteien. Schaue einfach in das "Parteibuch" von Martin Sonneborn, der darauf hinweist, dass er in allen etablierten Parteien (damals SPD, CDU, FDP, Linke, Grüne) Mitglied ist und in keiner seinen Mitgliedsbeitrag abführte. Nur die Grünen haben ihn deshalb aus den eigenen Reihen ausgeschlossen. Im Gegensatz zu den Piraten, erzählt die SPD bloß nicht, wie viele Mitglieder nicht zahlen... Mal davon abgesehen, kommt doch Mal vor, dass Mitglieder eintreten, aber gar nicht zahlen wollen... Dafür trägt aber wohl kaum die Partei die Verantwortung. Zumindest kann in der Partei beim Parteitag, auf Aufstellungsversammlungen, etc. nicht mit abgestimmt werden, wenn man nicht gezahlt hat...

Im übrigen heißt es bei den Piraten "Klarmachen zum Ändern", wenn du nicht einmal den Spruch zusammenbekommst, dann kannst du dich wohl kaum mit den Piraten beschäftigt zu haben. Deshalb gehst du wohl auch vom Rücktritt der politischen Geschäftsführerin, etc. aus...

Schade, ich habe von dir erwartet, einen fundierten Beitrag zu schreiben. Das ist dir leider hierbei in keinster Weise gelungen.

Bis dann

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