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Freitag, 31. August 2012

Ende der Netzneutralität durch Abschaffung der Abrechnungsneutralität?


Anhänger des freien Internets kämpfen seit Jahren aus sehr guten Gründen für die Erhaltung der Netzneutralität. Leider wird dabei seit Jahren übersehen, dass Provider derzeit andere Möglichkeiten schaffen, die Neutralität des Internets zu beeinflussen ohne dabei bestimmte Datendienste bevorzugt durch das Netz zu leiten und andere zu benachteiligen. Hierbei handelt es sich um die bevorzugte Abrechnung von Aufkommenden Datenverkehrs, also eine Abschaffung der Abrechnungsneutralität. Wenn bei heutigen Mobileflats das Datenvolumen nicht aller Dienste neutral berücksichtigt wird, sondern bestimmte Dienste bei der Übertragung nicht abgerechnet werden, so wie es bei einigen Vodafonlife-Angeboten und seit Neuestem auch bei Spotify über bestimmte T-Mobile-Verträge der Fall ist, dann wird man, um eine spätere Drosselung seines Datenzugangs zu vermeiden, eher diese Dienste anstatt Konkurrenzdienste nutzen. Um dann als Inhalteanbieter auch in der Form bevorzugt behandelt zu werden, müssten Unternehmen Verträge mit Providern abschließen und Provider werden dafür Gegenleistungen von den Unternehmen erwarten. Im Ergebnis wäre die Netzneutralität auch in Gefahr, wenn gleichzeitig die Datenvolumendrosselungsgrenze weiterhin bei 500 MB bis 4 GB pro Monat bliebe, aber der Netzausbau und die Leistungsfähigkeit von Smartphones weiterhin zunähmen. Neue Verträge würden nach und nach immer mehr besondere Dienste abrechnungsneutral durchleiten, während gerade die Dienste von Startups weiterhin schnell zur Drosselung der Downloadrate führten und spätestens dann nicht mehr netzneutral durch das Netz geleitet würden.

Aus diesem Grund bitte ich gerade Anhänger des freien Internets auch solche Entwicklungen, gerade jetzt hinsichtlich Spotify zu beachten und zu kritisieren. Kurzfristig erfolgt durch solche Maßnahmen sicher ein schnellerer Ausbau der Datennetze, langfristig ist durch die Aufgabe der Abrechnungsneutralität dennoch die Netzneutralität in Gefahr. Man wird ein paar Gigabyte pro Monat frei zur Verfügung haben, aber irgendwann wird uns der Netzausbau zur Situation bringen, dass die paar Gigabyte nach wenigen Tagen aufgebraucht sind und schon funktionieren nur noch die Dienste ordentlich, die der Provider bevorzugt behandelt.

Ich danke @jensbest dafür, mich über Twitter darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass auch das Thema Spotify bei T-Mobile die Netzneutralität betrifft.

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