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Freitag, 6. August 2010

Mein Senf zur LiquidFeedback-Debatte der Piraten

Dies ist eine Antwort auf den Beitrag von Jens zur LiquidFeedback-Debatte innerhalb der Piratenpartei.


blog.tessarakt.de/archiv/2010/08/07/liquid-feedback-und-die-notwendigkeit-einer-abwagung/comment-page-1/#comment-385651


Ich habe diesen Kommentar schon unter seinem Beitrag gepostet, jedoch ist dieser noch nicht freigeschaltet. Damit sein Beitrag jetzt nicht so stehen bleibt, poste ich diesen hier noch einmal.



Ahoi Jens,



ich sehe ein weiteres Problem bei deinen Ausführungen. Du hast versucht, die verschiedenen Positionen miteinander abzuwägen, aber das kann man auch nach verschiedenen Gewichtungen vornehmen.

Fraglich ist, wie wertvoll die Anonymität in einem solchen Piratentool ist. Was ich weiß ist, dass ich gerne in anderen Parteien transparent erkennen möchte, wieso welche Meinung von wem forciert wurde und am Ende für Deutschland oder auch nur ein Bundesland so entschieden wurde.
Wenn die Piraten in Zukunft anstreben, eigene Mandatsträger in die Parlamente zu schicken, dann sollen diese Mandatsträger sich am besten an Parteitagsbeschlüsse etc. halten, aber wie sieht es aus, wenn so kurzfristig, wie ein Gesetz ja manchmal auch behandelt wird, kein Parteitag angesetzt ist? Woran soll ich der Abgeordnete orientieren?

Er wird möglicherweise das Tool nehmen, was ihm am schnellsten eine Übersicht verschafft, denn er wird in anderen Bereichen sicher sehr viel zutun haben und oft nicht in der Lage sein, die komplette Aktive, alles getwitterte, die Blogs usw. zu lesen, Liquid Feedback wird ihm also am meisten Orientierung bieten.



An dieser Stelle wird es schwierig, woher weiß ich, dass die Piraten nicht durch anonyme Lobbyisten manipuliert werden, die gelernt haben zu manipulieren und dazu auch noch die nötigen Ressourcen im Hintergrund haben? Wenn jemand mit Klarnamen erscheint, wird man die Manipulation solcher Leute, insbesondere in Verbindung mit anderen Themen viel leichter erkennen.



Abwägung muss auch den Wert eines Rechtsgutes mit einbeziehen. Wieviel ist der Datenschutz wert? Wenn er alleine steht, dann alles! Es gibt keinen Grund, irgendwelche Daten offenlegen zu müssen.


Wieviel ist er jedoch Wert in Abwägung zur Transparenz, die zukünftig vor Manipulation schützen soll, die dafür sorgen soll, dass die Vertreter der Piraten, überall, die richtige Meinung vertreten, die für alle vernünftigste Meinung, so wie es die Piraten seit Gründung immer wollten? Viel weniger! Warum? Weil nur die vernünftigste Meinung am Ende einen internen Streit und das Absägen von Vorständen, Parteiaustritte, etc. verhindern kann, nur diese dafür sorgen kann, dass die Piraten gewählt werden und was am wichtigsten ist, dafür sorgen kann, dass die Piraten das Richtige tun.



Du bringst das Argument ein, dass Menschen sich unter Beobachtung fühlen, sich oft anders verhalten als wenn keiner dabei ist. Das Zweifel ich auch garnicht an, denn das ist einer der Gründe, warum wir einen Überwachungsstaat ablehnen.



Vielleicht irre ich mich, aber zeichnete die Piraten nicht gerade aus, dass sie trotz der widrigen Umstände, unter Beobachtung, etc. dennoch auch für Meinungen eintraten, die vielleicht unangenehm waren, weil sie wussten, dass es die vernünftigste Meinung ist? Was ist der Name der Piraten noch Wert, wenn die Mitglieder sich, ob Mehrheit oder Minderheit, hinter den Aktiven verstecken, die mit Mut, ohne Feigheit und Beachtung der privaten Konsequenzen, ihre Meinung vertreten? Was wären die Piraten, wenn während der Zensursuladebatte sich alle „Piraten” in der Anonymität versteckt hätten und unter Beobachtung garnichts gesagt hätten oder sich sogar dem Mainstream um Zensursula angeschlossen hätten?



Ich sage dir, was diese Menschen nicht wären. Piraten!



Viele Menschen gaben ihr Leben für unsere Freiheit und bei den Piraten sind einige nicht einmal dazu bereit, unsere Freiheit in Beachtung möglicher zukünftiger Gehaltseinbußen zu schützen.


Ich frage alle Leser, sind diese Menschen, Piraten möchte ich sie nicht nennen, besser als käufliche Politiker? Die einen werden für ihre Meinung bezahlt, die anderen halten ihre Meinung in Erwartung von mehr Geld zurück oder ändern vielleicht sogar ihre Meinung.



Ich sage, Nein!



Für mich sind Piraten, die, wenn es um ernste Themen geht, ihre Meinung nicht öffentlich äußern wollen, keine Piraten. Den privaten Datenschutz in Bezug auf Meinung und Namen muss man in diesem Moment zum Schutz unserer Freiheit aufgeben, denn nur durch Transparenz ist ein effektiver Schutz dieser möglich. Wir erwarten von der Politik, den Politikern transparenz und das Einstehen für dir richtige Sache, auch unter Beobachtung und unter widrigen Umständen.

In der SPD gab es einige, die um die Zensursuladebatte herum, eine andere Meinung vertraten, am Ende jedoch mit der Fraktion stimmten, weil der öffentliche Druck zu groß gewesen sei. Die Piraten haben das kritisiert. Da frage ich mich doch tatsächlich, was denn daran so schlimm war? Viele von euch hätten es scheinbar genauso getan!



Wir können die Freiheit nur schützen, wenn wir gemeinsam für diese eintreten und nicht nur die vorschicken, denen zufällig mehr an der Freiheit liegt, die sich nicht kaufen lassen, durch höhere Gehälter, etc..



Wer als Pirat nicht öffentlich für die Freiheit eintritt, der hat nur so getan, als sei er Pirat, in Wahrheit ist er ein Feigling, vielleicht sogar bestechlich.



Danke,

YoungSocialist (auch bei Twitter)

Yacine Ghoggal

1 Kommentar:

  1. Volle Zustimmung!
    Ich verstehe diese Angst vor der Öffentlichkeit überhaupt nicht. Wer erwartet denn Nachteile für seine Meinung. Ich hab die Vermutung das einige Trolle nicht als Trolle erkannt werden wollen.

    #Mufftypirat

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